Alle äußeren Schrauben am Getriebe incl. derer zur Befestigung des Getriebes am Motorblock sowie andere Kleinteile wie Sicherungsbleche waren in der Galvanik und somit wieder fast wie neu. Äußerlich und soweit möglich auch innen geputzt wurde es per DHL zu fachkundigen Händen geschickt.
Ziemlich schnell hatte ich das Ergebnis der Bestandsaufnahme: Im Gegensatz zum Motor hätte das Getriebe, so wie es war, auf jeden Fall noch ne ganze Weile gehalten. Es lies sich prima zerlegen und zeigte nahezu keinen Verschleiß. Selbst der Lagerkäfig vom Hauptlager war noch intakt. Synchronringe waren alle noch funktionell, auch wenn der vom 2en Gang mehr verschlissen war als alle anderen. Der Synchronring vom 2. Gang wurde dann durch einen gut gebrauchten ersetzt.
Da war definitiv schonmal jemand dran gewesen, wohl ein recht rabiater Geselle. Der Spannstift war total kaputt und nur sehr schwer zu entfernen.
Außerdem hat man beim Wechsel des Diffpins offensichtlich mit nem dicken Hammer gearbeitet, Spuren am Gehäuse
und am Pin zeugen davon.
Entsprechend schwer ging alles auseinander. Der Pin selbst war nahezu im Neuzustand, nur am Rand gut gestaucht durchs Draufhämmern. Das Diff wurde dann mit neuem Pin, und neuen Anlaufscheiben wieder montiert.
Vor dem Zusammenbau wurde das Getriebe mit Diff nochmal piccobello geputzt, außen silber lackiert, in Folie gewickelt und penibel verpackt wieder an mich zurück gesendet.
Von dieser Arbeit habe ich selbst KEINEN Plan! Die Zustandsbeschreibung, die Beschreibung der durchgeführten Arbeiten und auch die Bilder vom Getriebe und Diff stammen insoweit vom "urchführenden".
Weiter konnte ich zwischenzeitlich den überarbeiteten Motorblock und den erneut überarbeiteten Zylinderkopf abholen.
Am Motorblock wurden - an allen 4 Zylindern auf das 1. Übermaß feingebohrt und gehont, - Flächen geplant, - Nockenwellenlager ausgepreßt und - gereinigt.
Der Zylinderkopf wurde geplant, gereinigt, die Ventilführungen erneuert, auf Fertigmaß aufgerieben und die Ventilsitze neu gefräst.
Weiterhin wurde die originale Kurbelwelle vermessen und für quasi neuwertig beurteilt.
Zylinderkopf und Motorblock haben zwischenzeitlich auch frische Farbe bekommen:
Kanäle im Zylinderkopf wurden nochmal "nachgereinigt" und ausgeblasen. Wenn jetzt der Pömpel endlich kommen würde, könnte ich die Ventile einschleifen und den Kopf zusammen bauen:
Vielleicht hab ich mir die letzten Jahre zuviele Aluköpfe angeschaut, aber bei den Ventilsitzen bekomme ich Bauchschmerzen...welche Ventile werden verbaut? Std oder Rimflow?
Hmmmm...Was soll der Motor nachher können? [glow=red,2,300]nix besonderes. Standard-Vergasercooper[/glow]
Schau mal bitte: das ist ein 31/36,2mm Kopf...
Der Anschnittwinkel hat keine Überlappung. Der Ventilsteg ist sauber und heil.
Mit Rimflow-Ventilen:
Ich hab bei Deinem Kopf einfach die Befürchtung, dass der Steg nen Riss bekommt.
Wenn die Ventile da sind, steck sie mal rein und mach nen Bild vom Steg. Vielleicht reicht es ja schon, die scharfen Kanten im Brennraum wegzunehmen. Die Fackeln dir eh weg.
So, zwischenzeitlich habe ich mich dazu entschieden, den Kopf mit den neu gefrästen Ventilsitzen aus folgenden Gründen doch zu verwenden:
1. Es gab auch Stimmen, die haben die Arbeiten am Zylinderkopf als handwerkliche Qualitätsarbeit bezeichnet und somit für gut befunden, 2. Würde ich den Kopf nicht verwenden, liegt er für immer nur hier rum und ich werde nie erfahren ob er nun ok ist oder nicht. No risk - no fun!! Es kann ja nicht viel passieren ...
Heute dann die Ventile in der kalten Garage erst mal grob eingeschliffen
So, erstmal noch'n bisschen zum Thema "gefräste Ventilsitze" geforscht:
hier ein Bild von einem funkelnagelneuen, noch nie verbauten 1275er Zylinderkopf:
(Danke für's geklaute Bild an einen Forumskollegen aus dem "blauen", der dieses Teil derzeit im Angebot hat. Bescheid sagen, wenn gelöscht werden soll!)
Da ist schon ein guter Unterschied bei den Ventilsitzen zu meinem Zylinderkopf zu erkennen. Da ist "Luft" zwischen den Anschnittwinkeln und daher keine dünnen Kanten, die evtl. wegbrennen können. Die vorgebrachten Einwände werden durchaus ernst genommen.
Weiterhin hab' ich ein Bild von nem generalüberholten Zylinderkopf mit neu gefrästen Ventilsitzen einer namhaften deutschen (schnellen) Miniwerkstatt gesehen. Da haben die Anschnittwinkel m.E. genau so ausgesehen wie bei meinem Zylinderkopf. Dann bestünde auch dort die Gefahr, dass das Material zwischen den beiden Ventilen wegfackelt. Das Bild finde ich im Moment nicht mehr, wird aber nachgereicht.
Es bleibt somit dabei, der überholte Kopf wird verwendet. Allerdings werde ich einen hier liegenden guten Zylinderkopf entgegen meiner ersten Absicht NICHT verkaufen und für alle Fälle aufheben.
Dann hat man mir zwischenzeitlich erklärt, dass man keine Ventile einschleift, wenn man neue nimmt und die Sitze neu gefräst wurden. Da ich aber zu dem Zeitpunkt schon grob eingeschliffen hatte, wurde dann auch noch der Feinschliff erledigt. Eine Recherche hat dann ergeben, dass es doch schonmal diskutiert wird, die Ventile auch in einem solchen Fall einzuschleifen. Naja, hat ja hoffentlich nicht geschadet.
Nach dem Einschleifen und Anschaffung eines anderen Ventilfederspanners hab' ich den Zylinderkopf wieder zusammen gebaut. Um die Ventilschaftdichtungen unversehrt über die 3 Rillen der Ventile zu bekommen hab' ich nen kleinen Pariser gestrickt, den ich über die Ventilköpfe stülpen konnte. Dann auch die VSD ein bisschen eingeölt und aufgesteckt.
Federn mit den Keilen montiert
und Kleinteile lose aufgeschraubt, damit man alles zusammen behält.
Alle anderen benötigten und aufgearbeiteten Anbauteile wie Thermostat mit Gehäuse, Heizungsabgang, Kipphebelwelle, Ventildeckel, usw. mit dem Zylinderkopf in einen Karton gepackt, beschriftet und ins Lager gebracht. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich den wieder raus hole :
Heute die Schwingen zusammengesteckt. Alle benötigten Teile habe ich vor längerer Zeit schon aufgearbeitet, die Verschleißteile sind alle neu. Die Schwingen selbst wurden mit Metallfettrohren und anständigen Buchsen revidiert, gestrahlt und mehrfach mit Brantho Korrux lackiert. Der restl. schwarze Kram ist gepulvert. Die Naben bekamen neue Timken-Radlager. Ursprünglich wollte ich die Radbolzen aus der Galvanik verwenden. Aber wer weiß, wie oft die in ihrem Leben schon 120NM bekamen. Kommen also demnächst noch neu. Hier mal die Teile:
Und hier zusammen gesteckt:
Bin ja nicht der einzigste ROT-Fetischist hier:
Pulvern ist nicht IMMER das NonPlusUltra:
Jeweils 1 Bolzen vom Handbremsseilquadranten und 1 Handbremshebel mußte ich abschleifen, damit diese durch die vorgesehenen Öffnungen passen. Der restl. gepulverte Kram war ok.